Reform der Teilzeit: Überfällig, Frau Nahles, aber leider zu kurz gesprungen

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist ein merkwürdiges Gesetzesungetüm, welches nicht nur wegen der Möglichkeit, Befristungen mit Sachgrund bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aneinander zu reihen, bei Arbeitnehmern einen schlechten Ruf hat. Der Versuch des Gesetzgebers, diese arbeitgeber-freundliche Regelung im selben Gesetz durch Rechtsansprüche auf Flexibilisierung der Arbeitszeit für Arbeitnehmer auszugleichen, ist gründlich in die Hose gegangen. Dies will nun die Bundesarbeitsministerin korrigieren, wenn auch nur halbherzig.

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Jetzt streiken sie wieder…Nachtrag: Beate Zschäpe, die Öffentlichkeit und der Streik

Laut einem Beitrag des Nachrichtensenders N24 (Video „Das ist eine Lose-Lose-Situation„) trifft die Lufthansa nun der 14. Streik innerhalb von 20 Monaten. Sollte einem dabei nicht langsam das Gefühl beschleichen, dass in einem Unternehmen, in dem derart viel Unruhe herrscht, etwas grundlegendes falsch läuft? Sollten wir nicht anfangen danach zu forschen, was der Konflikthintergrund für einen Streik ist, anstatt uns einen schlanken Fuß zu machen und auf die Streikenden zu schimpfen?   Weiterlesen

GDL-Streik: Peinliche Aufregung ohne Nachdenken.

Eins vorweg: Man muss keine roten Socken tragen, um in Gewerkschaften einen wichtigen Mitspieler bei der Ausbalancierung der Kräfteverhältnisse in unserer Arbeitswelt zu sehen. Es reicht völlig aus, mit beiden Beinen sicher auf unserem Grundgesetz zu stehen und anzuerkennen, dass auch andere Menschen ihre gesetzlich verbrieften Rechte wahrnehmen dürfen. Womit wir schon beim Guten im Schlechten des GDL-Streiks wären.  Weiterlesen

Nicht erst seit „Charlie Hebdo“: Die tägliche Schere im Kopf

Die grausamen Attentate von Paris habe uns alle tief erschüttert. Da tut es gut, wenn am Sonntag weltweit Millionen Menschen auf die Straße gehen und damit signalisieren, dass wir Werte wie Meinungsfreiheit und Toleranz nicht aufgeben werden. Doch schon mit der am Mittwoch erschienenen neuen Ausgabe von „Charlie Hebdo“, die wieder einmal den Propheten Mohammed auf dem Titelbild zeigt, wurden erste kritische Stimmen laut. Ist das bereits die aus Angst geborene berühmte „Schere im Kopf“? Nehmen wir selbst die so eindringlich beschworene Meinungsfreiheit überhaupt so konsequent wahr oder ist (vorauseilende) tägliche Selbstzensur nicht eigentlich ein viel größeres Problem? Wollen wir überhaupt, dass jeder ungehindert seine Meinung äußern darf?   Weiterlesen